GLETSCHER

OBERAARHORN 2000

Gletscher und mehr .....

Hoch-Touren mit der Ski + Wanderabteilung des Turnvereins Neuenburg am Rhein

Grimselpass - Oberaarjoch-Hütte, Schweiz, Zeit: September 2000

Anfahrt über Luzern - Brünigpass - Meiringen - Grimselpass - Oberer Grimselsee

Am Grimselpass mussten wir noch eine Weile warten. Die Straße zum Parkplatz kann nämlich nur im Einbahnstraßenverkehr befahren werden. Die Fahrtrichtung wechselt alle halbe Stunde. Bei nebligem Wetter gingen wir am Oberaarsee (2.300 m) los, zuerst am See entlang, dann über Moränengeröll zum Gletscher.

Zeitweise riss der Nebel auf und die Sonne kam durch. Als die Spalten häufiger wurden, gingen wir zu fünft an das Seil. Der Gletscher wurde immer steiler und die Pausen häufiger. Wir waren völlig allein auf dem Gletscher. Es gab kaum Spuren, doch der Weg war bei schöner werdendem Wetter nicht zu verfehlen. Der letzte Aufschwung zur Hütte war recht lustig: Es waren etwa 10 m senkrechter Steilfels per kleinem Klettersteig mittels Eisenleiter zu überwinden. Um 17 Uhr kamen wir an der Oberaarjochhütte (3.258 m) bei strahlendem Sonnenschein an. Alle waren ziemlich fertig. Eine herrliche hochalpine Landschaft, allerdings bei sehr kalten Temperaturen, entschädigte für die Strapazen. Die junge Hüttenwirtin Heidi begrüßte uns per Handschlag und einem warmen Tee!

Der Abend war schrecklich kalt, weil in der Hütte nicht angeheizt war. Zum Abendessen gab es Käsespätzle, Würstchen, Rahnengemüse vorher Suppe und hinterher ein feines Dessert. Die Nacht verlief ruhig. Beim Gang aufs Häuschen musste man über eine Gitterrost-Terrasse, die im Laufe der Nacht immer stärker zugeschneit wurde. Das versprach nichts Gutes. Das Häuschen mit dem Herzen hatte es übrigens in sich: Über dem Spalt zwischen Fels und Gletscher aufgebaut, herrschte so starker Aufwind, dass man Mühe hatte, das Klopapier in die Plumpskloöffnung zu bugsieren. Teilweise schwebte es nach Gebrauch an der Decke und man musste es wieder einfangen !

Am Morgen sahen wir, dass es in der Nacht etwa 25 cm geschneit hatte. Dadurch war eine Besteigung des Oberaarhorns natürlich unmöglich geworden. Es wäre zu gefährlich gewesen. Wir beschlossen, zurück zu gehen. Wir nahmen daher gemütlich unser Frühstück ein und konnten uns dann um 9 Uhr wieder auf den Rückweg machen. Zu Beginn war noch Sonne und starker Sturm, dann jedoch kam wieder Nebel und Schneenieseln auf. Im Bereich des Spaltengewirrs war sehr schlechte Sicht. Wir mussten sehr, sehr vorsichtig laufen. Durch den Neuschnee waren die Spalten teilweise zugeschneit und der Seilschaftsführende musste oft jeden einzelnen Schritt mit dem Eispickel überprüfen. Doch plötzlich passierte es: Flutsch war Heinz, der vor mir ging, bis zum Hinterteil in einer Spalte verschwunden. Ich haute die Steigeisen ins Eis und zerrte mit aller Kraft am Seil. Die Männer vor Heinz taten es ebenso. Merkwürdig war, dass drei Leute über die Schneebrücke kamen und der vierte Mann dann durchbrach. Im Nu hatten wir ihn wieder an der Oberfläche und der Marsch konnte weitergehen. Außer einem gehörigen Schrecken war nichts weiter passiert. Ein sehr höher Pulsschlag war noch lange unser Begleiter. Gegen 13 Uhr waren wir wieder am Parkplatz. Glücklich, die Gletscherspalten ohne weiteren Sturz überstanden zu haben.

 

 

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